Monatsarchiv für Juli 2009

Jul 25 2009

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Was ist nur mit meiner Stimme los?

Abgelegt unter Buch Krebserkrankung

Zu Beginn des Jahres  führe ich wie jeden Winter sehr viele Seminare, Trainings und Workshops durch und dabei wird meine Stimme doch manchmal sehr stark beansprucht. Daher fällt es mir zunächst nicht besonders auf, dass meine Stimme immer wieder mal rau klingt, und ich eine gewisse Heiserkeit verspüre und mich öfters räuspern muss.

Nach gut einem Monat rufe ich meine homöopathische Hausärztin an, die es im Vorjahr mit einem homöopathischen Mittel geschafft hat, dass ich erstmals nach vielen Jahren fast keine Beschwerden durch Heuschnupfen hatte. Da sie aber derzeit nicht praktiziert, schildere ich ihr nur am Telefon die Symptome und sie verschreibt mir ein Mittel mit dem Hinweis, falls dieses nicht hilft, solle ich einen anderen Arzt aufsuchen.

Zunächst meine ich eine Besserung zu spüren, aber diese hält nicht lange vor. Da ich auf der Suche nach einem neuen Arzt meines Vertrauens bin, lasse ich mir von einer anderen Ärztin ein weiteres homöopathisches Mittel verschreiben, das aber auch ohne Wirkung bleibt.

Die Heiserkeit nimmt immer mehr zu und da ich mit meiner Stimme nicht mehr so modulieren kann, wie es für Vorträge und Seminare nötig ist, vereinbare ich – nicht zuletzt immer wieder von Ingrid gedrängt – Anfang März einen Termin bei einem HNO-Arzt in meiner Heimatstadt.

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Jul 18 2009

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Ich und Krebs? Undenkbar (2)

Abgelegt unter Buch Krebserkrankung

Was das Rauchen angeht, habe ich gesehen, wie viel mein Bruder schon in seiner Jugend geraucht hat und konnte bei ihm und meinen Freunden beobachten, dass es leicht ist, damit zu beginnen und extrem schwer, damit aufzuhören. Außerdem bin ich Schwabe und uns Schwaben wird nach gesagt, dass wir des Geizes aus Schottland ausgewiesene Schotten seien. So habe ich mir schon früh überlegt, dass ich ohne Rauchen weniger Geld brauche bzw. dieses für andere Dinge besser verwenden kann. Daher habe ich auch nie geraucht.

Sport ist Mord, sagte einmal Winston Churchill, und lange Zeit habe ich mich auch sportlich kaum betätigt, wenn man vom Wandern absieht, das wir, d.h. meine Frau Ingrid und ich, seit Anfang der 80iger Jahre sehr intensiv betreiben. Das heißt, wir wandern häufig, fast jedes Wochenende – wenn es das Wetter erlaubt – und in jedem Urlaub, aber die Tagesetappen hielten und halten sich in moderaten Grenzen.

Allerdings mache ich im Winter gerne Langlauf und einige Jahre, so ab Mitte der 80iger, bin ich auch wöchentlich mindestens einmal gejoggt. Neben unzähligen Skimarathons, allein 9x den Engadin-Marathon, bin ich auch 10- und 20-km-Strecken und einmal sogar einen Straßenmarathon gelaufen. Leider haben mir in den letzten Jahren mein Beruf und die damit verbundenen Reisen und häufige Samstagsarbeit die Möglichkeit zum Joggen genommen. Denn alleine zu laufen und dies wäre die Alternative gewesen, macht mir keinen Spaß.

Ebenfalls in den 80iger Jahren haben sich Ingrid und ich im Tierschutz und vor allem gegen Tierversuche engagiert und uns dabei nach einiger Zeit für die vegetarische und vollwertige Lebensweise entschieden und dies gilt bis heute. Allerdings konnte ich mich später in den Hotels zwar vegetarisch, aber nur selten vollwertig ernähren, und habe heute leichtes Übergewicht.

Sie sehen also, dass meine Lebensweise eigentlich nicht unbedingt krebsverdächtig war und ist.

Zum Schluss dieses Kapitels noch einige Daten: Ich bin Jahrgang 1946, seit 30 Jahren verheiratet, habe keine Kinder und bin von Beruf Bauingenieur und Betriebswirt (VWA). Nach 12 Jahren Tätigkeit in mittelständischen Bauunternehmen war ich für 3 Jahre Inhaber, Koch und Mädchen für alles in einem vegetarischen Vollwertrestaurant, ehe ich dann als Unternehmensberater in die Baubranche zurückkehrte.

Das zur Vorgeschichte.

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Jul 11 2009

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Ich und Krebs? Undenkbar (1)

Abgelegt unter Buch Krebserkrankung

Krankheit und Krebs waren für mich nie ein Thema, Krankenhaus und Ärzte ebenso wenig. Na ja, wenn man von einer Ausnahme absieht, denn seit meiner Jugend leide ich im Frühsommer unter Heuschnupfen, mal mehr, mal weniger, aber sonst? Selten einmal eine Erkältung oder ein Schnupfen, wenn ich von den Folgen eines Fingerbruchs oder einer Rippenprellung nach einem Autounfall absehe, kann ich meine Krankheitstage in den letzten 10 Jahren fast an einer Hand abzählen.

Aber ich wollte auch nie etwas von Krankheit hören und habe immer abgeschaltet, wenn wieder mal jemand auf das so beliebte Gesprächsthema Krankheit kam – meist nur innerlich, manchmal habe ich aber auch deutlich gemacht, dass ein Themenwechsel angebracht wäre.

Habe ich besonders gesund gelebt? Vielleicht? Aber sicher nicht so bewusst, wie sich das folgende vielleicht anhört, es hat sich eben so ergeben.

In meinem Elternhaus gab es keinen Alkohol, denn meine Eltern waren bei den Guttemplern und in der Suchtgefährdetenhilfe sehr aktiv und die dort gewonnenen Erkenntnisse machten es mir leicht, keinen Alkohol zu trinken. Doch, wenn ich ganz ehrlich bin, gab es natürlich noch mehr Gründe für mich. Schon mit 14 oder 15 Jahren nahm ich an internationalen, alkoholfreien Jugendveranstaltungen in ganz Europa teil und die dort gemachten Freundschaften und Bekanntschaften trugen sicher das ihre zu meiner Einstellung bei. Aber last not least grenze ich mich ganz gerne von anderen ab, möchte als Individuum erkannt und beachtet werden und wenn alle Alkohol konsumieren und ich nicht, dann ist das doch ein deutliches Unterscheidungsmerkmal.

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Jul 05 2009

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Krebs-das kann mir doch nicht passieren…(Vorwort)

Abgelegt unter Buch Krebserkrankung

Vorwort

Liebe Leser,

warum dieses Buch, war und ist meine Krankheit so spektakulär, gab es eine sensationelle Heilung, oder eine ganz neue Therapie?

Nein, nichts von alledem. Es ist eine Geschichte, wie sie jedem von uns, also auch Ihnen passieren kann und mit diesem Buch will ich aufzeigen, wie ich versucht habe, mit der Krankheit umzugehen und wie sie mich und mein Leben verändert hat.

Ich will auch deutlich machen, dass es wichtig ist, die Krankheit anzunehmen, aber sie nicht zum allein bestimmenden Inhalt des Lebens werden zu lassen.

Ich schildere, wie sich auch das private und berufliche Leben ändert. Bewusst verzichte ich auf die Nennung von Namen, denn vieles vom dem, was ich erlebt habe, ist kein Ruhmesblatt für Ärzte und in den Heilberufen Tätigen und ich möchte niemanden persönlich angreifen.

Viel Spaß beim Lesen kann ich Ihnen nicht wünschen, aber eine interessante Lektüre versprechen.

Ihr

Herbert Walker

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