Aug 28 2009
Welcher Arzt hat Recht? (3)
Schließlich erkläre ich mich bereit, die Gewebeprobe machen zu lassen und der Oberarzt empfiehlt sich mir als geeigneter Operateur, dem ich vertrauen könne. Aber dem ist nicht so, wie sich aus dem Vorgenannten leicht erklären lässt.
Irritiert gehe ich mit dem Assistenzarzt zur Chefsekretärin, um einen Operationstermin zu vereinbaren. Der Arzt sagt zu ihr, dass der untersuchende Oberarzt die OP selbst durchführen will. Doch die Sekretärin ignoriert dies und schlägt mir einen anderen Oberarzt vor, da der Chefarzt auch die nächste Woche noch im Urlaub ist.
Ich glaube, ich bin im falschen Film, ein sich anbiedernder Arzt, eine Sekretärin, die dessen Qualifikation im Beisein eines Patienten und eines Assistenzarztes zumindest indirekt, aber gut erkennbar anzweifelt und sich für einen Kollegen stark macht, dies alles kann man nicht unbedingt unter vertrauensbildenden Maßnahmen einordnen.
So frage ich mehr als nur leicht verunsichert noch nach der Qualifikation des vorgesehenen Oberarztes und werde mit den Worten, das sei ein sehr erfahrener Operateur, beruhigt. Obwohl, so denke ich mir, so schwierig kann eine Gewebeprobe doch nicht sein und will daher nicht warten, bis der Chef wieder verfügbar ist. Denn jeder zusätzliche Tag der Ungewissheit wird mich und Ingrid unnötig belasten.
Ich erhalte noch die Auflage, welche Untersuchungen ich noch durchführen lassen muss, bis ich dann am Dienstag nach Ostern ins Krankenhaus kommen muss.
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