Am Morgen dauert es sehr lange, denn es wird 11 Uhr, bis ich endlich abgeholt und durch lange Flure und den Aufzug in den OP-Bereich im Untergeschoss gebracht werde.
Nach einer Spritze – wie ich diese hasse – wache ich dann eine gute Stunde später langsam auf und werde auf die Intensivstation gebracht. Anfangs döse ich vor mich hin und nehme nur allmählich Anteil an dem, was um mich herum vor sich geht.
Als ich dann endlich wach bin, wünsche mir, weiter so teilnahmslos im Halbschlaf vor mich hindämmern zu können. Denn wie nicht anders zu erwarten, sind außer mir nur wirklich Schwerkranke auf der Station und deren schweres Atmen Keuchen und Stöhnen, die ständigen Behandlungen usw. setzen mir mehr zu als die eigenen, noch leicht betäubten Schmerzen.
Ich weiß wirklich nicht, was ich hier soll. Irgendwie habe ich das Gefühl, da will man einen höheren Pflegesatz abrechnen oder der Narkose-Chefarzt braucht noch eine Yacht am Mittelmeer. Daher habe ich es dann mit der Bezahlung seiner Rechnung auch nicht so eilig.
Kurz schaut auch Ingrid am Abend herein und dann beginnt eine wenig erfreuliche Nacht, zunächst kann ich wegen der Anschlüsse an die Überwachungsmaschine nicht richtig hin liegen und auch nicht einschlafen.
Als ich die Pfleger endlich überreden kann, die Kabel zu entfernen und mich lieber alle paar Stunden zu wecken, erhalte ich noch eine schmerzhafte Spritze in die Bauchdecke, gegen die ich mich vergebens verbal gewehrt habe. Da es der Patientin gegenüber, einem jungen Mädchen, sehr schlecht geht und ständig betreut werden muss, werde ich immer wieder im Schlaf gestört und trotz der eingenommenen Tabletten verbringe ich eine sehr unruhige Nacht.
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Tags: Gewebeprobe, Intensivstation, Narkose-Chefarzt, Pflegesatz, Spritzen