Der Anfang nach dem Ende (4)

Bei der Sprechstundenhilfe von Dr. Franke erkundigte sich Michael, welche der notwendigen Untersuchungen er in der Praxis machen lassen könne. Während die Mitarbeiterin die Unterlagen der Uniklinik studierte, kam Dr. Franke aus dem Behandlungszimmer, stutzte kurz und fragte ganz leutselig: Hallo, äh.., Herr Hauser, richtig? Gibt es was Neues?

„Wie man’s nimmt, der Professor hat mich heute wegen Krebsverdacht in die Uniklinik überwiesen, nachdem Sie mir versichert hatten, es sei alles ganz harmlos“ Michael begann ganz sachlich, doch die letzten Worte kamen immer lauter, sodass sich einige wartende Patienten nach ihm umschauten.

Das schockierte den Arzt, der Arzt Michael in sein modern und schick eingerichtetes Behandlungszimmer, um Näheres zu erfahren. Er teilte diesen Verdacht wegen der fehlenden Risikofaktoren zwar immer noch nicht, hielt aber die Entnahme einer Gewebeprobe durchaus für sinnvoll, da sie ja auch das Nichtvorhandensein von Krebs beweisen könne. Aber irgendwie schien ihm doch nicht ganz wohl zu sein, so Michaels Eindruck, denn Dr. Franke kümmerte sich selbst darum, dass die notwendigen Untersuchungen gleich am nächsten Tag gemacht werden konnten. Hielt der Arzt die Diagnose jetzt doch für möglich und hatte er Angst, vielleicht etwas falsch beurteilt zu haben? Michael Hauser war irritiert.

Als Michael heimkam, wunderte er sich, dass eigentlich alles beim Alten zu sein schien, nichts hatte sich verändert, immer noch stand das gleiche Einfamilienhaus im mehr als nur etwas verwilderten Garten. Dann nahm ihn Susanne kurz in den Arm. „Was ist jetzt genau los?“

„Ich hab dir doch am Telefon schon alles Wichtige erzählt“ so der privat häufig maulfaule Michael.

„Etwas genauer kann es schon sein, wie ist der Professor denn auf die idiotische Idee mit dem Krebs gekommen?“ Susanne wollte wie immer alles ganz genau wissen.

„Er hat in den Rachen geschaut und von der Seite eine Ultraschallaufnahme gemacht und die Veränderungen am rechten Stimmband sind nach seiner Meinung Krebswucherungen und deshalb hat er mich sofort zur HNO-Klinik geschickt“. Michael erzählte seiner Frau in ganz knappen Worten, was dort gemacht und gesagt wurde. So knapp, dass Susanne immer neue Fragen stellte, die er aber nur zum Teil beantworten konnte, sodass sie langsam aber sicher sauer wurde.

Als er mitteilte, dass er bereits am Dienstag nach Ostern in die Klinik gehe, wurde sie wütend. „Das wäre sicher auch einen oder zwei Tage später gegangen, jetzt müssen wir ja schon am Ostermontag aus dem Kurzurlaub zurückfahren und ich habe mir extra den Dienstag noch freigenommen.“

„Naja, schon.., aber ich will so schnell wie möglich wissen, was los ist.“.

Was denn Dr. Franke gemeint hatte, wollte sie dann noch wissen und ob dieser noch zu seiner Diagnose stehe. Eigentlich ja, erzählte Michael, aber auch Dr. Franke halte eine Gewebeprobe für sinnvoll.

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